Ausgabe August 2026
AUSZUG AUS DEM INHALT:
TITELTHEMA
Traumatische Ereignisse im Pflegealltag
Dass Unfälle, Großschadensereignisse oder Gewalterlebnisse nicht nur physische Wunden verursachen, ist inzwischen vielen Menschen bekannt. Sowohl direkt betroffene Personen als auch ihr Umfeld können aus Extremsituationen massive seelische Verletzungen davontragen, die z. T. lange nach dem Ereignis anhalten und im schlechtesten Fall zu psychischen Erkrankungen, Arbeits- und Berufsunfähigkeit führen können.
Sichere Hautantiseptik – aktuelle Empfehlungen und praktische Umsetzung
Die Hautantiseptik zählt zu den grundlegenden Maßnahmen der Infektionsprävention in Pflegeeinrichtungen. Auch wenn hier im Vergleich zum Krankenhaus weniger komplexe invasive Eingriffe erfolgen, werden täglich zahlreiche Maßnahmen durchgeführt, bei denen die natürliche Hautbarriere durchbrochen wird, beispielsweise subkutane Insulininjektionen, Injektionen niedermolekularer Heparine, intramuskuläre Injektionen, subkutane Infusionen oder die Versorgung chronischer Wunden. Darüber hinaus können im Rahmen ärztlicher Hausbesuche oder spezialisierter Versorgung auch venöse Blutentnahmen oder Portpunktionen erforderlich werden, bei denen ebenfalls eine sachgerechte Hautantiseptik sicherzustellen ist. Fehler in der Durchführung können zu lokalen Infektionen, systemischen Komplikationen oder im schlimmsten Fall zu schwerwiegenden Blutstrominfektionen führen. Für Hygienebeauftragte und Qualitätsbeauftragte ergibt sich daraus ein klarer Auftrag: Die Hautantiseptik muss fachlich korrekt, organisatorisch abgesichert und regelmäßig überprüft werden.
AKTUELLES
Einsamkeit und Alter
Jahrelang wurde davon ausgegangen, dass v. a. ältere Menschen stärker von Einsamkeit betroffen sind als jüngere Menschen. Während der Coronapandemie zeigte sich jedoch, dass das Thema Einsamkeit jeden Menschen gleich welches Alters treffen kann. Einsamkeit ist damit zu einem gesamtgesellschaftlichen Thema geworden. „Einen deutlichen Anschub erfuhr die Einsamkeitsdebatte in Deutschland durch umfangreiche politische Maßnahmen in Großbritannien. Dort wurde im Jahr 2018 eine nationale Einsamkeits-Strategie aufgesetzt und Tracey Crouch als erste Ministerin für Einsamkeit ernannt.“ (IW-Report 22/2019:3). Die britische Regierung bezeichnete die Einsamkeit als eine der größten gesundheitlichen Herausforderungen in unserer Zeit. Die Debatte in England und deren umgesetzte Maßnahmen waren auch für die Bundesregierung 2023 ein Grund, eine Strategie gegen Einsamkeit zu beschließen. Ziel sollte es sein, besser über Einsamkeit und ihre gesundheitlichen Folgen aufzuklären, die Sensibilität in der Gesellschaft zu fördern und präventive Maßnahmen zur Vorbeugung von Einsamkeit zu stärken.
RECHTLICHES/GESETZGEBUNG
Externe Qualitätsprüfungen in Krankenhäusern
Um die Qualität in Krankenhäusern sicherzustellen, werden in regelmäßigen Abständen Qualitätsprüfungen durch den Medizinischen Dienst durchgeführt. Diese setzen sich grundlegend aus drei unterschiedlichen Teilbereichen zusammen: den Prüfungen der Qualitätskriterien der Leistungsgruppen und der OPS-Strukturmerkmale (nach der LOPS-Richtlinie), den Abrechnungsprüfungen nach § 275c SGB V und den externen Qualitätsprüfungen nach der MD-Qualitätsprüfungs-Richtlinie (MD-QP-RL). Folgend soll die externe Qualitätsprüfung im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen, die zum 1. August 2026 aktualisiert wurde. Durch sie sollen bundeseinheitliche und flächendeckende Qualitätsprüfungen durchgeführt werden, um die Einhaltung der Qualitätsanforderungen der Krankenhäuser zu überprüfen. Die Durchführung dieser Überprüfungen übernimmt der Medizinische Dienst.
QM-PRAXIS
Arbeitszufriedenheit im QM
In der modernen Pflege wird Qualitätsmanagement oft als ein System von Kontrollen, Richtlinien und Dokumentationspflichten missverstanden. Dabei wird übersehen, dass die beste Prozessbeschreibung wirkungslos bleibt, wenn die Menschen, die sie ausführen sollen, innerlich gekündigt haben oder unter chronischer Überlastung leiden. Eine hohe Versorgungsqualität ist untrennbar mit der Arbeitszufriedenheit der Mitarbeitenden verknüpft. Nur wer sich in seinem Arbeitsumfeld sicher, wertgeschätzt und handlungsfähig fühlt, kann die Empathie und Konzentration aufbringen, die für eine gute Versorgung notwendig sind. Arbeitszufriedenheit ist somit kein optionaler Wohlfühlfaktor, sondern eine strategische Ressource zur Sicherung der Stabilität und Fehlerresistenz einer Einrichtung.
HYGIENE
Teil 5 Umsetzung der KRINKO-Empfehlungen: Risikobehaftete Tätigkeiten
Invasive Maßnahmen gehören in vielen Versorgungsbereichen zum Alltag: venöse Zugänge, Blasenkatheter, Trachealkanülen, PEG-Sonden, postoperative Wunden, Injektionen oder Punktionen. Gerade weil diese Tätigkeiten häufig routiniert ablaufen, besteht die Gefahr, dass ihr Infektionsrisiko unterschätzt wird. Teil 5 dieser Serie zeigt, wie Einrichtungen die KRINKO-Empfehlungen zu device-assoziierten Infektionen, postoperativen Wundinfektionen und aseptischen Arbeitstechniken in prüfsichere und alltagstaugliche Standards übersetzen können.
DIGITALISIERUNG
Pflege in den Sozialen Medien
Pflege war lange ein weitgehend geschützter Raum. Prozesse, Abläufe und der berufliche Alltag spielten sich überwiegend hinter verschlossenen Türen ab. Öffentlich sichtbar war Pflege v. a. für Pflegeempfänger, Angehörige und Pflegende. Pflegequalität wurde intern geplant, dokumentiert, überprüft und weiterentwickelt. Die öffentliche Wahrnehmung spielte, wenn überhaupt, nur in Extremsituationen oder Krisenzeiten eine Rolle, beispielsweise während der Corona-Pandemie oder wenn mal wieder über den Pflegenotstand diskutiert wurde. Mit dem Aufkommen Sozialer Medien hat sich dieses Bild grundlegend verändert. Pflege findet heute öffentlich statt – nicht zwangsläufig geplant oder gesteuert, eher beiläufig und spontan.
SCHULUNG/MOTIVATION
Schulungen, Audits und Wissensmanagement effektiv gestalten
In einer Branche, die sich durch ständige fachliche Weiterentwicklungen auszeichnet, ist die kontinuierliche Weitergabe von Wissen die zentrale Säule der Versorgungsqualität. Dennoch wird Fortbildung oft nur als belastende Pflicht zur Erfüllung formaler Vorgaben wahrgenommen, wodurch das Potenzial für echte Qualitätsverbesserungen ungenutzt bleibt. Eine lebendige Lernkultur begreift Wissen stattdessen als Werkzeug zur Problemlösung und als kollegiale Unterstützung im Pflegealltag. Führungskräfte müssen hierfür Strukturen schaffen, die Audits und Fortbildungen von der reinen Kontrolle hin zu einem wertschätzenden Fachdialog entwickeln. Nur so wird Wissen zu einer stabilen Ressource, die langfristig die Sicherheit der Bewohner und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden erhöht.
IN EIGENER SACHE
Weiterentwicklung mit Weitblick
Die QM-PRAXIS feiert bald 15-jähriges Bestehen – ein guter Anlass, unsere Arbeit zu hinterfragen: Passt die Zeitschrift noch in die Zeit? Passen die Inhalte noch zu den aktuellen Anforderungen an die Leserschaft? Entspricht das Layout immer noch dem Anspruch, eine Zeitschrift so zu gestalten, dass man sie gerne in die Hand nimmt und sich im besten Fall freut, wenn die neue Ausgabe kommt? Das Ergebnis: Neue Farbe, neues Logo, neue Optik im Innenteil, aber bewährte inhaltliche Qualität und Ausrichtung!
Weiterentwicklung, die sichtbar wird
Seit 15 Jahren begleitet Sie die QM-PRAXIS durch einen Pflegealltag, der sich stetig verändert: mit fachlicher Orientierung, praxisnahen Impulsen und Themen, die Sie bewegen. Tagtäglich übernehmen Sie Verantwortung unter komplexen Bedingungen, führen Teams, sichern Qualität und gestalten Veränderung. Mit den Anforderungen der Branche und Ihren Rückmeldungen sind auch wir gewachsen.
Deshalb schlagen wir ein neues Kapitel auf. Mit dieser Ausgabe präsentiert sich unser Fachmagazin in einem neuen Design. Unser neues Layout schafft Übersicht, gibt wichtigen Informationen Raum und unterstützt Sie dabei, Inhalte schnell zu erfassen. Das neue Logo und das überarbeitete Cover sollen dafür sorgen, dass Sie Ihre Fachzeitschrift auf den ersten Blick wiedererkennen – und zugleich die Weiterentwicklung erleben.
Die äußere Gestaltung ist mehr als eine optische Veränderung. Sie steht für ein Fachmagazin, das sich in den vergangenen 15 Jahren kontinuierlich weiterentwickelt hat und dies auch künftig tun wird. Inhaltlich bleiben wir Ihrem Arbeitsalltag verpflichtet: Wir ordnen Entwicklungen ein, zeigen praktikable Lösungen auf und geben Ihnen Anregungen für Ihre Führungsaufgabe.
Wir laden Sie ein, das neue Erscheinungsbild der QM-PRAXIS zu entdecken – und freuen uns darauf, diesen Weg weiterhin gemeinsam mit Ihnen zu gehen.
Ich wünsche Ihnen viel Freude mit der neuen Ausgabe und danke Ihnen für Ihre Treue und Anregungen.
Mit herzlichen Grüßen
Ihre Mirjam Lang
Redaktion „QM-PRAXIS in der Pflege“