Ausgabe Januar | Feburuar 2018

AUSZUG AUS DEM INHALT:

    SPEZIALTHEMA
    Expertenstandard aktuell: Aktualisierung des Expertenstandards Ernährungsmanagement zur Sicherung und Förderung der oralen Ernährung in der Pflege
    Essen und Trinken sind elementare Grundbedürfnisse eines Menschen und haben, neben der physiologischen, auch eine Bedeutung für die Lebensqualität und das soziale sowie kulturelle Leben. Ein Ernährungsdefizit ist mit dramatischen Konsequenzen verbunden, wenn keine entsprechenden Maßnahmen zur Sicherstellung einer ausreichenden Nahrungsaufnahme ergriffen werden. In der Pflege kommt dem Ernährungsmanagement eine besondere Bedeutung zu, denn insbesondere ältere Menschen haben oftmals ein hohes Risiko der Mangelernährung. Der Expertenstandard Ernährungsmanagement zur Sicherung und Förderung der oralen Ernährung in der Pflege wurde 2017 aktualisiert. In diesem Beitrag werden die wichtigsten Änderungen den Handlungsebenen folgend aufgezeigt.

    Digitale Pflegewelten – Hype oder Hoffnung
    Smartphones und sogenannte Wearables bieten bereits heute im Alltag ungeahnte Möglichkeiten, die eigenen Körperwerte, den Herzschlag oder auch den Grad an Fitness rund um die Uhr im Auge behalten zu können. Jedoch was in der Freizeit ein echter Trend ist, kränkt noch stark im Bereich der Gesundheitsversorgung und Pfl ege – die Angst vor Datendiebstahl und vor dem gläsernen Patienten geht um. Kommt dann auch noch der Pfl egeroboter ins Spiel, ist für viele der Traum von der schönen neuen Zukunft ausgeträumt. Schließlich sei die Pfl ege ein persönlicher Akt und keine reine Mechanik nach Schema F. Auf den hier folgenden Seiten möchten wir gern mit Ihnen gemeinsam einen Blick darauf werfen, wie reif oder eventuell auch unreif Deutschland für die Pfl ege 4.0 derzeit ist.

    RECHTLICHE ANFORDERUNGEN / ZERIFIZIERUNG
    Haftungsrecht: Heimhaftung bei Weglauftendenz eines dementen Bewohners
    Zieht eine hilfebedürftige Person in eine stationäre Einrichtung, gehen die Angehörigen davon aus, dass die Bewohner dort nicht nur gut versorgt, sondern auch entsprechend „beaufsichtigt“ werden. Gerade bei demenziell veränderten Menschen ist dies häufig notwendig, aber nicht immer durchführbar. Besonders wenn die Betroffenen die Einrichtung verlassen, ist die Aufsichtspflicht kaum noch zu gewährleisten. Passiert dann beispielsweise ein Sturz, stellt sich die Frage, ob eine Aufsichtspflichtverletzung der Einrichtung vorliegt und wie diese mit der Selbstbestimmung des Betroffenen, das Haus zu verlassen, vereinbar ist.

    Die neue EU-Datenschutzgrundverordnung aus juristischer Sicht
    Im Rahmen der Erhebung, der Verwaltung und der Verwertung von Patientendaten sind stets die davon untrennbaren Grundsätze der Schweigepflicht zu beachten. Diese stellen ein hohes Rechtsgut im Individualinteresse des Patienten dar, dessen Durchbrechung nur in gesetzlich vorgesehenen Fallkonstellationen gestattet ist, in denen übergeordnete Gesichtspunkte dem Schutz der Intimsphäre des Patienten vorgehen. Neben den Bestimmungen des Strafgesetzbuchs (StGB) und des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) waren bislang die Vorschriften des Bundesdatenschutzgesetzes (BDSG) zu beachten. Ab dem 25.05.2018 nun gilt in Deutschland die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union. Durch das neue EU-Recht werden das bisherige Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) und die EU-Datenschutzrichtlinie (Richtlinie 95/46/EG), auf der das BDSG basiert, abgelöst.

    HYGIENE AKTUELL: INFEKTIONSPRÄVENTION
    Sichere Hautantiseptik – aktuelle Erkenntnisse und Empfehlungen
    Dieser Beitrag gibt den aktuellen Standard der Hautantiseptik wieder in Diagnostik, Therapie und Pflege. Mit dem routinemäßigen Desinfizieren der Haut des Patienten vor Injektionen, Operationen und Punktionen wird das Infektionsrisiko derartiger Interventionen vermindert. Durch die wachsende Anzahl dieser Eingriffe gewinnt das Thema an Bedeutung. Wichtig ist, dass die Maßnahmen zur Hautantiseptik korrekt durchgeführt werden. Nur was bedeutet korrekt, an welchen Erkenntnissen kann man sich orientieren, um tatsächlich nach dem besten verfügbaren Wissen zu agieren? Im nachfolgenden Beitrag werden die grundlegenden Anforderungen an die Durchführung der Hautantiseptik geschildert. Zusätzlich werden die wichtigsten Maßnahmen zum Verhalten bei einer Nadelstichverletzung geschildert.

    HYGIENE AKTUELL: HYGIENEMANAGEMENT
    Zeigt her Eure Hände: Aktuelle Anforderungen an die Händehygiene
    Ein wichtiges Thema auf dem letzten QM-PRAXIS-TAG war die Händehygiene. Was tun, um die Mitarbeiter für die richtige Händehygiene zu sensibilisieren? Händehygiene ist wichtig, das bestreitet niemand, und doch wiederholen sich bestimmte Fehler, Mythen und auch Missverständnisse immer wieder bzw. lassen sich nicht aus dem Weg räumen. Was kann man tun, um die Compliance für die richtige Händehygiene zu stärken? Und was sind aktuell die wichtigsten Erkenntnisse zur richtigen Händehygiene?

    RISIKOMANAGEMENT
    Förderung der Patientensicherheit bei der Anwendung von Medizinprodukten
    Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) veröffentlichte eine neue Handlungsempfehlung mit dem Thema „Patientensicherheit bei der Anwendung von Medizinprodukten fördern“. Als wichtigste praktische Ziele sollen erreicht werden eine maschinenlesbare Kennzeichnung und Erfassung der Medizinprodukte sowie ihre eindeutige Identifikation und jederzeit verfügbare Begleitinformationen.

    PFLEGEPRAXIS
    Gut gemacht …: Endotracheales Absaugen inkl. Prävention von Kompl
    Das endotracheale Absaugen ist eine Routinetätigkeit bei beatmeten Patienten und die hygienische und sensible Durchführung ein wichtiger Aspekt bei der Prävention nosokomialer Pneumonien. Dieser Beitrag behandelt die offene und geschlossene endotracheale Absaugung mit Vorbeugung von Komplikationen, ohne jedoch Vor- oder Nachteile der Varianten explizit auszuarbeiten.

    Zeit für Veränderung?

    Liebe Leserinnen und Leser,

    zu Beginn möchte ich die Gelegenheit nutzen und Ihnen ein glückliches und gesundes neues Jahr wünschen. Ich hoffe, Sie hatten einen guten Start.

    Wenn Sie mein letztes Editorial noch im Hinterkopf haben, dann wissen Sie, warum ich die Überschrift mit einem Fragezeichen versehen habe. Es kann sein, dass zum Erscheinungstermin gerade die echten Koalitionsverhandlungen stattfinden, es kann aber auch sein, dass Neuwahlen im Raum stehen oder eine Minderheitsregierung. Eines ist aber sicher: Es wird sich einiges ändern und auch die Pflege spielt in dem Zusammenhang eine Rolle.

    Bei den Sondierungen von CDU/CSU und SPD wurde die Situation in der Pflege thema tisiert und es gibt Ansatzpunkte für Veränderungen. Der Deutsche Pflegerat begrüßt die Sondierungsergebnisse und spricht in seiner Pressemeldung von einer guten Grundlage für Koalitionsgespräche. Insbesondere die Arbeitssituation Pflegender soll verbessert werden. Selbst wenn die Koalition nicht zustande kommt und Neuwahlen anstehen, scheint es so zu sein, dass die Pflege mittlerweile einen festen Platz auf der Agenda der Parteien hat.

    Welche konkreten Schritte in den nächsten Monaten bzw. Jahren ergriffen werden, um die Situation in der Pflege zu verbessern, wird sich erst noch herausstellen. Die QM-PRAXIS wird die Entwicklung begleiten und Sie über Zeitplan und Neuerungen auf dem Laufenden halten.

    Wenn Sie Anmerkungen, Anregungen oder Themenwünsche haben, dann freue ich mich auf Ihre Rückmeldung. Schreiben Sie mir an: [email protected]

    Mit herzlichen Grüßen

    Ihre Barbara Poschwatta
    Objektleitung „QM-PRAXIS in der Pflege“