Ausgabe Juli | August 2012

AUSZUG AUS DEM INHALT:

    SPEZIALTHEMA
    Alles neu nach dem 3. Qualitätsbericht? Ein Überblick über die wichtigsten Ergebnisse und zu erwartende Konsequenzen für Pflegeeinrichtungen
    Alle drei Jahre veröffentlicht der MDS einen Pflege-Qualitätsbericht, in dem die Ergebnisse der Qualitätsprüfungen durch den MDK erläutert und bewertet werden. Die Ergebnisse des aktuellen Berichts zeigen zum Teil durchaus positive Entwicklungen aber auch Optimierungspotenziale. Diese Ergebnisse sollten nicht unbeachtet bleiben, denn dieser Bericht nimmt durchaus Einfluss auf die Qualitätsprüfungen durch den MDK. Insofern ist damit zu rechnen, dass z. B. der Umgang mit Demenz zukünftig eine wichtiger Rolle in den Prüfungen spielen wird.

    WEITERE THEMEN DIESER AUSGABE
    Die Qual der Wahl: Die verschiedenen Zertifizierungssysteme im Vergleich (Teil 2)
    Es gibt zahlreiche Zertifizierungssysteme und Anbieter, die mit ihren Gütesiegeln werben. Doch welches Zertifizierungssystem ist für welche Einrichtung geeignet? Was unterscheidet die Systeme und bei welchem System handelt es sich um eine Zertifizierung und bei welchem lediglich um ein Gütesiegel.

    Tipps und Tricks zur Pflegedokumentation: So dokumentieren Sie MDK-konform und haftungssicher!
    Immer wieder wird die Pflegedokumentation bei einem Haftungsrechtsprozess angezweifelt oder genügt bei einer MDK-Prüfung nicht den Anforderungen. Je nachdem, um was es sich handelt, muss der Träger mit unangenehmen und ggf. auch teuren Konsequenzen rechnen. Von den QM-Beauftragten wird erwartet, dass alle Dokumente den Erfordernissen genügen.

    Risikoeinschätzung in der Pflege: Eine Praxishilfe für Organisation und Pflegefachkraft
    Eine Praxishilfe zur Risikoeinschätzung in der Pflege – ist das notwendig? Es gibt doch praktische Einschätzungsskalen für Dekubitus, Sturz oder Kontraktur – genügen diese nicht? Die Risikoeinschätzung ist notwendig, um den Anforderungen der Expertenstandards und auch des MDK zu genügen – insofern macht es Sinn, über entsprechende Hilfsmittel zu verfügen, die praxistauglich sind und den Anforderungen genügen.

    Mitarbeiterzufriedenheit ermitteln und fördern: Positive Effekte von QM für Motivation, Personalführung und –entwicklung
    In Zeiten des Fachkräftemangels spielt die Mitarbeiterzufriedenheit eine immer wichtigere Rolle. Je zufriedener die Mitarbeiter desto größer die Chancen, diese an die Einrichtung zu binden. Im QM wird die Mitarbeiterorientierung gefordert, insofern bietet es sich an, diese zu nutzen und gleichzeitig auch die Zufriedenheit zu stärken.

    Überprüfung der DGUV Vorschrift 2: Diese neuen Arbeitsschutzanforderungen müssen Sie beachten
    Die Umsetzung der DGUV Vorschrift 2 wird jetzt auch in Einrichtungen des Gesundheitswesens vermehrt geprüft. Was sind die Kernaussagen der DGUV Vorschrift 2 und wie sind diese umzusetzen? Welche Anforderungen sind zu beachten, um bei der Überprüfung zu bestehen?

    Gefährdungsbeurteilung in der Praxis: So erstellen und nutzen Sie dieses Instrument
    Ein wichtiges Instrument des Arbeitsschutzes ist die Gefährdungsbeurteilung. Der Gesetzgeber verpflichtet den Arbeitgeber, diese durchzuführen und die entsprechenden Schutzmaßnahmen abzuleiten und einzuführen. Das bedeutet, entweder müssen Arbeitgeber präventiv handeln oder die Gefährdungen abstellen.

    Liebe Leserinnen und Leser,

    nicht erst seit dem letzten Jahr wartet die Pflegebranche auf Veränderungen. Sei es eine Neuausrichtung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs oder das vollmundig angekündigte Jahr der Pflege – die Zeit verstreicht, die Nöte in den Pflegeeinrichtungen nehmen zu und die notwendigen Veränderungen lassen auf sich warten.

    Jetzt hat der Bundestag das Pflege-Neuausrichtungsgesetz (PNG) verabschiedet. Ist das nun der lang ersehnte große Wurf? Leider nein, die Experten sind sich einig – die zukunftsweisende Bezeichnung kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich um eine Minimallösung handelt. Die Leidtragenden sind einmal mehr die Pflegenden und die Pflegebedürftigen. Denn die finanziellen Verbesserungen in einzelnen Bereichen ändern nichts daran, dass nicht genügend Fachkräfte vorhanden sind. Und auch an der schwierigen finanziellen Situation der Einrichtungen werden diese zusätzlichen Mittel nichts ändern. Für Angehörige und Pflegebedürftige sind die zusätzlichen Leistungen nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

    Der Hauptkritikpunkt am PNG ist, dass der Pflegebedürftigkeitsbegriff wieder nicht geändert wird. Statt bei dieser Pflegereform endlich auf die Notwendigkeiten zu reagieren, werden Pflegeeinrichtungen und Pflegebedürftige weiterhin vertröstet und es bleibt abzuwarten, ob es wie angekündigt, tatsächlich 2013 zu einer Neufassung kommen wird.

    Leider kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Senioren, Menschen mit Einschränkungen und die Beschäftigten in sozialen Berufen keine ausreichende Lobby haben. Die Proteste von Sozialverbänden, Berufsverbänden und Interessenvertretern zeigen keine Wirkung. Finanzielle Interessen haben Vorrang vor einer menschenwürdigen Gesundheitspolitik.

    Ich wünsche uns allen, dass die Politik die Zeichen der Zeit erkennt und die Nöte und Interessen der Betroffenen in den Vordergrund rückt. Hoffen wir, dass es eher früher als später soweit ist.

    Ich hoffe, die Inhalte dieses Heftes erweisen sich als hilfreicher für Ihre Arbeit als es die Neuerungen durch das PNG vermutlich sein werden.

    Über Ihre Fragen, Anregungen und Themenvorschläge freue ich mich. Schreiben Sie mir unter [email protected].

    Mit freundlichen Grüßen

    Ihre Barbara Poschwatta
    Objektleitung „QM-PRAXIS in der Pflege“