Ausgabe Juli | August 2018

AUSZUG AUS DEM INHALT:

    SPEZIALTHEMA
    Kultursensible Pflege – wie gelingt die Umsetzung?
    Im Jahr 2014 lebten etwa 1,4 Millionen Senioren mit Migrationshintergrund in Deutschland. Aktuelle Statistiken gehen nun sogar davon aus, dass es bis 2030 zu einer Verdopplung auf 2,8 Millionen kommen wird. In der Regel haben diese Menschen eine andere kulturelle Sozialisation erfahren und tun sich mitunter schwerer, die deutsche Sprache zu erlernen. Darüber hinaus bestehen nicht selten kulturell oder religiös bedingte Berührungsängste, sich von fremden Menschen pflegen zu lassen. Wird dieser Unterschied ignoriert, bietet dies gerade im Pflegealltag unnötigen Zündstoff, der sich allein dadurch entschärfen lässt, dass Sie sich zukünftig auf die besonderen Hintergründe der pflegebedürftigen Menschen einstellen. Dieser Artikel soll Ihnen hierfür ein paar erste Anregungen geben.

    Die neue TRBA 250 – Überblick über Inhalte und wesentliche Neuerungen
    Die TRBA 250 ist eine der wichtigsten Technischen Regeln für Biologische Arbeitsstoffe für das Gesundheitswesen. Im März 2014 wurde sie komplett novelliert. Danach gab es noch vier Änderungen, die letzte wurde am 2. Mai 2018 im Gemeinsamen Ministerialblatt veröffentlicht. Nachfolgend werden die wesentlichen Inhalte der TRBA sowie die wichtigsten Neuerungen dargestellt, soweit diese für Einrichtungen im Gesundheitswesen relevant sind.

    PFLEGEPRAXIS
    Gut gemacht …: Enteral über Sonde ernähren und Prävention von Komplikationen
    Patienten enteral über eine transnasale oder PEG-Sonde zu ernähren, erleben Pflegende in vielen Fachbereichen in der Klinik. Ferner wird heimenterale Ernährung über Sonden auch in Alten- und Pflegeheimen sowie durch Mitarbeiter von Pflegediensten verabreicht. Der nachfolgende Beitrag beschreibt das praktische Vorgehen bei der Sondenanlage, erläutert die wichtigsten Punkte bei der Nachsorge sowie bei der Nahrungsverabreichung und stellt Tipps zur Prävention von Komplikationen vor.

    DOKUMENTATION / EXPERTENSTANDARTS
    Beziehungsgestaltung in der Pflege bei Demenz – mögliche Interventionen
    Nachdem die Autoren des Expertenstandards Demenz die Beziehungsgestaltung in den Mittelpunkt gestellt haben, macht es Sinn, sich mit den Ergebnissen der Literaturstudie zu den möglichen Interventionen zu beschäftigen. Bezogen auf Mobilität oder Sturz sind die Interventionen relativ klar und vor allem ist nachvollziehbar, dass messbare Ergebnisse vorliegen müssen. Aber wie lassen sich Interventionen bei so einem komplexen Krankheitsbild wie der Demenz bewerten und zu welchen Ergebnissen kommen die Autoren des Expertenstandards?

    HYGIENE AKTUELL: NOSOKOMIALE INFEKTIONEN
    Wundinfektionen – pflegebezogener Beitrag zur Prävention (Teil 2)
    In der letzten Ausgabe haben wir ausführlich darüber berichtet, welche Präventionsmaßnahmen mit Einfluss auf patienteneigene Risiken es gibt und wie man diesen begegnen sollte. In dieser Ausgabe konzentrieren wir uns auf die Vermeidung des Erregereintrags in das Operationsgebiet und das Risiko, das für Mitarbeiter mit Operationen verbunden ist.

    HYGIENE AKTUELL: NOSOKOMIALE INFEKTIONEN / MRE
    MRE und andere Problemkeime im ambulanten Setting – Keime kennen keine (Klinik-)Grenzen (Teil 1 Grundlagen)
    Die folgenden Ausführungen beziehen sich auf Pflegebedürftige mit MRE-Kolonisation und -Infektionen im ambulanten Milieu mit dem Ziel einer Verbesserung der hygienischen Patientensicherheit sowie mit Hinweisen zum Mitarbeiterschutz. In der ambulanten Pflege gewinnt das Thema Hygiene immer mehr an Bedeutung. Zunächst nimmt aufgrund der gestiegenen Lebenserwartung die Zahl der mehrfach erkrankten Pflegebedürftigen zu. Hygiene spielt gerade für diese Menschen eine große Rolle, da sie mitunter ein erhöhtes Infektionsrisiko aufweisen. Auch verlagern sich Pflege und Therapie immer mehr aus der Klinik in den Bereich der stationären und ambulanten Langzeitpflege. Ferner sind stationäre und ambulante Versorgungseinrichtungen durch wechselseitige Patientenübernahme eng verzahnt.

    SCHULUNG / MOTIVATION / KOMMUNIKATION
    Anforderungen an die moderne Führungskraft in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern
    Gesundheitseinrichtungen werden immer mehr zu Unternehmen und Einrichtungen, die nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt werden. Kennzahlen sind QMlern bekannt und trotzdem stößt es manchem sauer auf, wenn aus dem Controlling der Hinweis kommt, dass die Kosten in diesem oder jenem Bereich zu hoch sind und gespart werden sollte. Pflege ist naturgemäß ein sehr vielschichtiger Beruf und sicher wird jeder Führung in der Pflege ebenso differenziert betrachten. Insofern stellt sich die Frage, ob und wie sich der Wandel im Gesundheitswesen auf die Anforderungen an Führungskräfte in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern auswirkt. Statt einer theoretischen Analyse beantwortete Anke Simon der QM-PRAXIS einige Fragen in einem längeren Interview zu diesem Thema.

    Ist Pflege cool?

    Liebe Leserinnen und Leser,

    bei den aktuellen Temperaturen hätte es sich angeboten, einen lockeren Text über den Sommer, die Sonne und den nahenden Urlaub zu schreiben. Aber bei der aktuellen Diskussion rund um die Pflege wäre dies aus meiner Sicht fehl am Platz. Pflege ist aktuell so stark in den Medien vertreten wie schon lange nicht mehr oder vielleicht noch nie. Wir haben jetzt eine „Konzertierte Aktion Pflege“, bald ein Pflegepersonalstärkungsgesetz und ein neues Pflegeberufegesetz? Angela Merkel besucht eine Pflegeeinrichtung und Jens Spahn wird nicht müde, zu versprechen, dass er Verbesserungen für die Pflege erreichen möchte und wird.

    Und dann kommt so ein Satz: „Es muss cool werden, Pflegekraft zu sein.“ Aber was heißt das konkret? Wie oft hören Sie, dass es toll ist, dass Sie den Job machen und dass es solche Menschen wie Sie gibt? Sicherlich relativ häufig und das auch zu Recht. Also ist der Beruf doch eigentlich cool – oder etwa nicht?

    Und genau da liegt das eigentliche Problem: Als Pflegekraft werden Sie von Patienten, Angehörigen und völlig Fremden verbal wertgeschätzt. Gleichzeitig hören Sie wahrscheinlich ebenso oft: „Also ich könnte den Beruf nicht ausüben oder ich möchte heute nicht mehr in der Pflege arbeiten!“ Und genau hier zeigt sich, dass Pflege an sich ein toller Beruf ist und Pflegende durchaus Anerkennung erfahren, nur leider kann das nicht aufwiegen, unter welchen Bedingungen Pflegende heute tätig sind. Da ist zum einen die schlechte Bezahlung und da sind zum anderen die Rahmen bedingungen, die dazu führen, dass Zeit in der Pflege ein Fremdwort ist.

    Wann, wenn nicht jetzt, können Sie der Pflege ein Gesicht und eine Stimme geben? Sie wissen am besten, an welchen Stellen Verbesserungen notwendig sind und was sich letztendlich ändern muss, um den Beruf für neue und alte Kollegen attraktiv zu machen. Medienwirksame Lippenbekenntnisse und Zurschaustellen von Interesse durch Politiker sind es jedenfalls nicht. Ergreifen Sie die Initiative und beteiligen Sie sich an der aktuellen Diskussion, wenn Sie die Möglichkeit dazu haben!

    Mit sonnigen Grüßen

    Ihre Barbara Poschwatta
    Objektleitung „QM-PRAXIS in der Pflege“