Ausgabe Januar | Feburuar 2017

AUSZUG AUS DEM INHALT:

    SPEZIALTHEMA
    Die wachsende Bedeutung eines proaktiven Ausbruchsmanagements bei MRE – Notfallplanung / Vorbereitungen
    Das Krisenmanagement bei Infektions- und Kolonisationsausbrüchen sowie das gehäufte Auftreten nosokomialer Infektionen mit multiresistenten Problemkeimen (MRE) sind hochkomplex, zeitkritisch und risikoreich. Eine besondere Bedrohung stellen MRE als weltweit wachsendes Problem im Bereich der gramnegativen Bakterien, z. B. Klebsiella pneumoniae (KP), dar. Sie sind ein häufi ger Auslöser von nosokomialen Infektionen, vor allem bei immunsupprimierten Patienten. Dieses Auftreten stellt eine zunehmende Belastung für Mitarbeiter von Krankenhäusern und das Gesundheitssystem im Allgemeinen dar und gefährdet mitunter die Sicherheit der Patienten. Trotzdem können diese Ausführungen nicht als allgemeingültiges „Kochrezept“ zur Eindämmung von Infektionsausbrüchen angesehen werden.

    Organisationsentwicklung in der Pflege: Alter Wein in neuen Schläuchen oder wichtiges Thema im Qualitätsmanagement?
    In Wirtschaftsunternehmen ist der Begriff Organisationsentwicklung gängig. In Pfl egeeinrichtungen werden Reorganisationsprozesse oft von außen motiviert durchgeführt. Der Alltag von Pfl egemanagern und Geschäftsführern ist häufi g davon geprägt, die externen Vorgaben umzusetzen und im Extremfall Feuerwehr zu spielen. Zu viele Problemfelder sind zu bearbeiten, sei es der Personalmangel oder die fehlenden fi nanziellen Ressourcen für notwendige Anschaffungen und Investitionen. Und gerade deshalb bieten Konzepte der Organisationsentwicklung für Einrichtungen im Gesundheits- und Sozialwesen neue Chancen. Und egal ob Aufbau- oder Ablauforganisation Thema von Entwicklungsprojekten sind, bestehen direkte Verbindungen zum Qualitätsmanagement. Im Rahmen einer Artikelserie zur Organisationsentwicklung werden wir in der QM-PRAXIS verschiedene Aspekte näher beleuchten. Die Serie startet mit einem Überblick über das breite Themenfeld.

    „Da machen wir nicht mit!“ – Widerstandsverhalten von Mitarbeitern in Veränderungs- und Optimierungsprozessen verstehen und Handlungsmöglichkeiten erkennen
    mit dem sich Einrichtungs- und Pflegedienstleitungen sowie Qualitätsbeauftragte in ihrer täglichen Arbeit auseinandersetzen müssen. Fachlich gut versierte Leitungsverantwortliche stehen diesem Problem oft hilflos gegenüber und sehen sich nicht oder nur eingeschränkt in der Lage, diese Widerstände zu überwinden, geschweige denn positive Aspekte dieses Phänomens erkennen zu können. Ich beschreibe die unterschiedlichen Facetten von Widerstand, mögliche Hintergründe und Ursachen, um Widerstandsverhalten von Mitarbeitern verstehen und ihm konstruktiv begegnen zu können. Dazu einladen möchte ich darüber hinaus, sich mit eigenen mentalen Modellen, Denkmustern und mit reflexartigen „Downloadings“ (nach Otto Scharmer) auseinanderzusetzen.

    QM-PRAXIS AKTUELL
    4. QM-PRAXIS-TAG: die Highlights der Veranstaltungen in Hannover und Nürnberg
    Im November fand in Nürnberg und Hannover jeweils der 4. QM-PRAXIS-TAG: Das QM- und Hygiene-Update 2016 / 2017 statt. Ziel der Veranstaltungen war, die neuesten Entwicklungen aus QM und Hygiene vorzustellen und den Teilnehmern eine Plattform zu bieten, um mit den Referenten die Umsetzung in die Praxis zu diskutieren.

    SCHULUNGEN / MOTIVATION / KOMMUNIKATION
    Mit Kompetenzentwicklung den steigenden Anforderungen in der Pflege gerecht werden – geht das?
    Vorab sei die provokante Frage direkt beantwortet: Ja, das geht. Spannend ist aber, ob damit tatsächlich den Anforderungen besser begegnet werden kann als mit anderen Methoden und ob Pflege sich die Zeit nimmt, umzudenken und ggf. auch erstmal keinen Fortschritt zu sehen. Im Zusammenhang mit den besonderen Problemen, vor denen Pflege in Zukunft stehen wird bzw. die bereits teilweise spürbar werden, wie Personalmangel einerseits und demografischer Wandel auch bei den Beschäftigten andererseits, ist dieses Modell ggf. genau die passende Antwort. Bevor wir die Frage klären können, ob sich das Umsteigen ‚lohnt‘, steht vorher die Auseinandersetzung mit dem Konzept und seiner Funktionsweise.

    HYGIENE AKTUELL: HYGIENE IN DER HAUSWIRTSCHAFT
    Gebäudereinigung in Pflegeeinrichtungen
    Der Autor erlebt in seiner beruflichen Tätigkeit, dass es große Unterschiede gibt zwischen der Organisation der Eigenreinigung oder der Fremdreinigung – ohne dabei jedoch eine Form einer anderen vorzuziehen! Reinigungsdienstleistungen werden erbracht in Eigenregie, durch eine eigene Servicegesellschaft oder komplett durch einen Drittanbieter. Gerade in Pflegeeinrichtungen oder im Krankenhausbereich unterliegt die Reinigung besonderen Erfordernissen: Starke Beanspruchung und unterschiedliche Infektionsgefahren – sind nur zwei besondere Aspekte in diesen Bereichen.

    HYGIENE AKTUELL: HYGIENEKONZEPTE
    Gemeinsam sind wir stark: Patienten und Angehörige informieren und als aktive Partner an der Infektionsprävention beteiligen
    In der professionellen Pflege ist Patienten- und Angehörigenedukation kein neues Konzept. Einige Kliniken realisieren die Förderung der Selbstständigkeit (Autonomie) von Patienten seit den 90er-Jahren (Sitzmann 1998). Als pflegerische Aufgabe wird in Leitbildern der Pflege (Anonym 1998) „je nach Bedürfnis des Patienten“ die Vermittlung, Beratung und Begleitung hervorgehoben. In Deutschland wird Patientenedukation wissenschaftlich bereits seit 20 Jahren als Vorhaben pflegerischer Professionalisierung und Ergebnisverbesserung entwickelt (Segmüller 2015). Mit verständlicher Patienteninformation setzt sich das Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin (DNEbM) seit 2008 auseinander. Dabei stellt das Patientenrechtegesetz aus dem Jahr 2013 (Sitzmann 2015a) einen Meilenstein auf dem Weg dorthin dar. Eine der Rechtsfolgen dieses Gesetzes ist, dass Pflegende und Ärzte sicherstellen müssen, dass ihre Patienten die ihnen gegebene Information auch verstanden haben.

    Auf ein Neues …

    Liebe Leserinnen und Leser,

    ich wünsche Ihnen ein gesundes, glückliches und erfolgreiches neues Jahr! Ich hoffe, Sie sind gut ins neue Jahr gestartet und konnten die Feiertage für ein bisschen Erholung nutzen.

    Wenn Sie das Heft in Händen halten, dann ist fast schon wieder ein Monat vergangen und wir haben uns an die neue Jahreszahl lange gewöhnt. Die ersten Projekte haben sicherlich schon begonnen und in Pflegeeinrichtungen konnten Sie erste Erfahrungen mit den Neuerungen durch das PSG II und III sammeln.

    Was bringt 2017 sonst noch für uns? Eine Frage, die wir uns üblicherweise oft am Jahresanfang stellen und die natürlich jeder für sich persönlich genommen anders beantworten wird. Etwas lässt sich aber mit Sicherheit sagen: Das Jahr wird gesundheitspolitisch und pflegetechnisch spannend werden: Momentan ist die Debatte um die Pflegeausbildung noch in vollem Gang und viel Zeit bleibt in dieser Legislaturperiode nicht mehr, dann kommt der Wahlkampf.

    Es bleibt abzuwarten, welchen Stellenwert die Pflege mit ihren Problemen dann haben wird. Denn eines ist auch sicher: Es gibt derzeit so viele aktuelle Themen, die Potenzial für Wahlreden haben, dass die Gefahr besteht, dass Patienten und Pflegende aus dem Blickfeld geraten. Damit dies nicht passiert, sind wir alle gefordert, weiterhin auf Missstände und Probleme hinzuweisen und anzumahnen, dass man sich nicht auf den Neuerungen, wie z. B. durch die Pflegestärkungsgesetze, ausruhen kann.

    Für die QM-PRAXIS hat 2017 noch eine ganz andere Bedeutung, es steht ein Jubiläum an: Im März wird die Zeitschrift fünf Jahre alt. Wir werden das für einen Rückblick nutzen und das, was zu jeder Geburtstagsfeier gehört, einer Überraschung – in unserem Fall für Sie als Leser.

    Mit herzlichen Grüßen

    Ihre Barbara Poschwatta
    Objektleitung „QM-PRAXIS in der Pflege“